Neuberlin
Das billige Berlin, dessen Möglichkeitsräume in den letzten 20 Jahren umfassend von einer ständig wachsenden Schar an Kulturschaffenden bespielt wurden, wird unaufhaltsam teurer in dem Maß, wie die ehemals strukturschwachen und herunter gekommenen Stadtgebiete saniert und entsprechend ökonomisch durchreglementiert werden. Die Stadt befindet sich in einem spürbaren Prozess der sozialökonomischen Umverteilung, denn mit den Spekulationen verschwinden die bezahlbaren Räume für die wirtschaftlich und sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen und somit die Grundvoraussetzungen für die Handlungs- und Lebensmöglichkeiten vieler Kreativer, Freigeister und Selbstständigen mit unsicheren Einkommen.
Das Vorhaben Neuberlin reagiert auf diesen Verdrängungsprozess. Die Initiatoren setzen auf eine selbstverantwortliche Aneignung bezahlbarer und individueller Wohn- und Arbeitsbedingungen. Es sollen Wohn- und Arbeitsräume erstellt werden, um selbst bestimmter und unabhängiger von der Immobilien- und Geldwirtschaft und den Zwängen des Arbeitsmarktes zu leben.
Anstelle auf das Land auszuweichen oder nach günstigeren Mieträumen in den Vororten zu suchen, geht es hier um die Teilhabe an der Stadtentwicklung mittels eines eigenständigen, solidarischen und gemeinnützigen Organisationsmodells.
Das Vorhaben kooperiert mit dem Unternehmensverbund des Mietshäuser Syndikats. www.syndikat.org
Eine gemeinsame Zielsetzung ist der Verzicht auf Gewinne und Spekulationen mit Eigentum. Das Mietshausmodell soll gewinnfrei vermietet werden. Der zu schaffende Mehrwert verbleibt im Wohnprojekt.
Professioneller Selbstbau
Um die Gewinne von Investoren, Projektentwicklern und die kostenintensiven Dienstleistungen von Baufirmen zu umgehen, um somit die Investitionen und Rückzahlungen auf ein Minimum einzuschränken, ist geplant ist, mittels einer eigenen kleinen Bau- und Planungsfirma ein einfaches Gebäude für 20-30 Leute zu bauen.
Wir bündeln dazu die Fähigkeiten, Erfahrungen und die technische Ausstattung von 6 bis 8 zukünftigen Bewohnern, welche beruflich als Architekten, Tischler, Bauleiter und Bauzimmerer tätig sind. Der Bauablauf ist gegliedert in Eigenleistungen und der Hinzunahme von Fremdleistungen, wo sie nicht Kosten senkend oder sinnvoll durch eigene Möglichkeiten zu ersetzen sind.
Räumliche Strategien
Um möglichst einfach und handhabbar in Eigenregie bauen zu können, ist die Gebäudekubatur zweigeschossig, ohne Kellergeschoß angelegt. Durch die Zweigeschossigkeit können besonders kostenintensive Baumaßnahmen eingespart werden. Es entfallen diverse Brandschutzvorschriften, Treppenhäuser, Aufzüge und Balkone.
Die Wohneinheiten haben alle einen Zugang in den Garten. Sie sind nebeneinander angeordnet und erstrecken sich über zwei Etagen, außer bei der kleinsten Einheit. Vier verschiedene Wohnungsgrößen sind geplant: 51m², 75m², 96m² und 120m². Der Umbau und die Zusammenlegung von Räumen sind von vorn herein mitgeplant. Durch die Holzwandbauweise ist die Herstellung eines Durchganges oder die räumliche Zusammenlegung nachträglich möglich. Um bei aller Sparsamkeit eine räumliche Großzügigkeit zu erreichen, ist eine Raumhöhe im Erdgeschoss von 3 Metern vorgesehen. Die Einheiten sind als Rückzugsorte angelegt, während der umliegende Freiraum offen zugänglich und ohne Abgrenzung angedacht ist. Inwieweit gemeinsam genutzte Räume entstehen, ist noch offen. Allerdings ist geplant, dass eine gemeinsame Waschküche eingerichtet wird. Der umgebene Außenraum soll in gemeinsamer Abstimmung in verschiedene Nutzungen aufgegliedert werden in gärtnerisch bearbeitete Flächen, Terrassen, bepflanzte Rückzugsbereiche, Spielflächen, Schuppen usw. Indem die Bäder und Küchen sich vorwiegend im Erdgeschoß befinden, lässt sich die Leitungsführung Kosten senkend auf die Bodenebene beschränken.
Fertigungstechnik
Für den Rohbau sollen vorgefertigte Massivholzelemente mit Fenster- und Türausschnitten aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden. Durch die Modularität, Eigenfestigkeit, Großteiligkeit und Vorfertigung der 25cm dicken Holzwände verkürzt und vereinfacht sich der Aufbau des gesamten Gebäudes erheblich. Die relativ einfache Montage erfolgt mit den eigenen Arbeitskräften der Baufirma.
Wiederverwendung und Einsparungsmöglichkeiten
Der Selbstbau hat den Vorteil, dass durch gezielte Recherche im Direkteinkauf von Bau- und Gebrauchtmaterialien und Restposten zwischen 20-70% der handelsüblichen Materialpreise einspart werden können.
Kosten minimierend und Ressourcen schonend ist zum Beispiel geplant, preisgünstige gebrauchte Fenster und Türen aus den ungenutzten überquellenden Lagerbeständen Brandenburgs zu verwenden. Nach individueller Auswahl der gebrauchten Fenster werden diese als Sammelsurium in geschickt platzierter Anordnung in die Fassadenplanung eingearbeitet. Das heißt, die Fenster werden rechtzeitig eingekauft, um die daraus resultierenden Fensteröffnungen in die maschinelle Vorfertigung der Wände einfließen zu lassen.
Ökologie und Energiekonzept
Eine Fußbodenheizung soll ein gleichmäßiges gesundes Wärmestrahlungsklima ermöglichen. Die Flächenstrahlung erwärmt an erster Stelle Wände und Decken, in welchen die Wärmeenergie gespeichert und wieder abgegeben wird. Für die Speicherung der Wärmeenergie sorgen die Massivholzwände mit einem sehr hohen Wärmespeichervermögen. Als Wärmeversorgung ist eine spezielle Direktwärmepumpe vorgesehen, welche die Energie der Außenluft zum Heizen des Hauses bei sehr geringen Betriebskosten nutzt. Die Investitionskosten sind wegen der relativ einfachen Technologie geringer als bei einer herkömmlichen Wärmepumptechnik. Die Anschlussmedien werden sich im Übrigen auf Wasser, Abwasser und Strom beschränken.
Grundstück
Zurzeit wird ein Grundstück mit guten Anschlussmöglichkeiten in Berlin gesucht, dessen Grundstückskosten pro 96 qm Wohneinheit 43.000 Euro nicht übersteigen sollen.
Finanzierung und Direktkredit
Die ermittelten Gesamtkosten einer 96 m² Wohneinheit liegen mit eingerechneter Eigenleistung bei knapp 150.000 Euro brutto. Um das Vorhaben realisieren zu können, müssen um die 30% aus Direktkrediten für die Gesamtfinanzierung nachgewiesen werden. Direktkredite sind Geldbeträge, die dem Projekt ohne den Umweg über eine Bank geliehen werden. Dafür wird zwischen dem jeweiligen Kreditgeber und dem Hausprojekt ein Kreditvertrag abgeschlossen. In erster Linie werden die zukünftigen Mieter diese Direktkredite einbringen. Darüber hinaus können aber auch Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, Stiftungen oder andere Gruppierungen diese soziale, ökologische und nachhaltige Geldanlage leihen. Die Verzinsung ist auf 2% beschränkt, um zukünftig günstige Mietpreise sicher zu stellen.
Das Vorhaben Neuberlin reagiert auf diesen Verdrängungsprozess. Die Initiatoren setzen auf eine selbstverantwortliche Aneignung bezahlbarer und individueller Wohn- und Arbeitsbedingungen. Es sollen Wohn- und Arbeitsräume erstellt werden, um selbst bestimmter und unabhängiger von der Immobilien- und Geldwirtschaft und den Zwängen des Arbeitsmarktes zu leben.
Anstelle auf das Land auszuweichen oder nach günstigeren Mieträumen in den Vororten zu suchen, geht es hier um die Teilhabe an der Stadtentwicklung mittels eines eigenständigen, solidarischen und gemeinnützigen Organisationsmodells.
Das Vorhaben kooperiert mit dem Unternehmensverbund des Mietshäuser Syndikats. www.syndikat.org
Eine gemeinsame Zielsetzung ist der Verzicht auf Gewinne und Spekulationen mit Eigentum. Das Mietshausmodell soll gewinnfrei vermietet werden. Der zu schaffende Mehrwert verbleibt im Wohnprojekt.
Professioneller Selbstbau
Um die Gewinne von Investoren, Projektentwicklern und die kostenintensiven Dienstleistungen von Baufirmen zu umgehen, um somit die Investitionen und Rückzahlungen auf ein Minimum einzuschränken, ist geplant ist, mittels einer eigenen kleinen Bau- und Planungsfirma ein einfaches Gebäude für 20-30 Leute zu bauen.
Wir bündeln dazu die Fähigkeiten, Erfahrungen und die technische Ausstattung von 6 bis 8 zukünftigen Bewohnern, welche beruflich als Architekten, Tischler, Bauleiter und Bauzimmerer tätig sind. Der Bauablauf ist gegliedert in Eigenleistungen und der Hinzunahme von Fremdleistungen, wo sie nicht Kosten senkend oder sinnvoll durch eigene Möglichkeiten zu ersetzen sind.
Räumliche Strategien
Um möglichst einfach und handhabbar in Eigenregie bauen zu können, ist die Gebäudekubatur zweigeschossig, ohne Kellergeschoß angelegt. Durch die Zweigeschossigkeit können besonders kostenintensive Baumaßnahmen eingespart werden. Es entfallen diverse Brandschutzvorschriften, Treppenhäuser, Aufzüge und Balkone.
Die Wohneinheiten haben alle einen Zugang in den Garten. Sie sind nebeneinander angeordnet und erstrecken sich über zwei Etagen, außer bei der kleinsten Einheit. Vier verschiedene Wohnungsgrößen sind geplant: 51m², 75m², 96m² und 120m². Der Umbau und die Zusammenlegung von Räumen sind von vorn herein mitgeplant. Durch die Holzwandbauweise ist die Herstellung eines Durchganges oder die räumliche Zusammenlegung nachträglich möglich. Um bei aller Sparsamkeit eine räumliche Großzügigkeit zu erreichen, ist eine Raumhöhe im Erdgeschoss von 3 Metern vorgesehen. Die Einheiten sind als Rückzugsorte angelegt, während der umliegende Freiraum offen zugänglich und ohne Abgrenzung angedacht ist. Inwieweit gemeinsam genutzte Räume entstehen, ist noch offen. Allerdings ist geplant, dass eine gemeinsame Waschküche eingerichtet wird. Der umgebene Außenraum soll in gemeinsamer Abstimmung in verschiedene Nutzungen aufgegliedert werden in gärtnerisch bearbeitete Flächen, Terrassen, bepflanzte Rückzugsbereiche, Spielflächen, Schuppen usw. Indem die Bäder und Küchen sich vorwiegend im Erdgeschoß befinden, lässt sich die Leitungsführung Kosten senkend auf die Bodenebene beschränken.
Fertigungstechnik
Für den Rohbau sollen vorgefertigte Massivholzelemente mit Fenster- und Türausschnitten aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden. Durch die Modularität, Eigenfestigkeit, Großteiligkeit und Vorfertigung der 25cm dicken Holzwände verkürzt und vereinfacht sich der Aufbau des gesamten Gebäudes erheblich. Die relativ einfache Montage erfolgt mit den eigenen Arbeitskräften der Baufirma.
Wiederverwendung und Einsparungsmöglichkeiten
Der Selbstbau hat den Vorteil, dass durch gezielte Recherche im Direkteinkauf von Bau- und Gebrauchtmaterialien und Restposten zwischen 20-70% der handelsüblichen Materialpreise einspart werden können.
Kosten minimierend und Ressourcen schonend ist zum Beispiel geplant, preisgünstige gebrauchte Fenster und Türen aus den ungenutzten überquellenden Lagerbeständen Brandenburgs zu verwenden. Nach individueller Auswahl der gebrauchten Fenster werden diese als Sammelsurium in geschickt platzierter Anordnung in die Fassadenplanung eingearbeitet. Das heißt, die Fenster werden rechtzeitig eingekauft, um die daraus resultierenden Fensteröffnungen in die maschinelle Vorfertigung der Wände einfließen zu lassen.
Ökologie und Energiekonzept
Eine Fußbodenheizung soll ein gleichmäßiges gesundes Wärmestrahlungsklima ermöglichen. Die Flächenstrahlung erwärmt an erster Stelle Wände und Decken, in welchen die Wärmeenergie gespeichert und wieder abgegeben wird. Für die Speicherung der Wärmeenergie sorgen die Massivholzwände mit einem sehr hohen Wärmespeichervermögen. Als Wärmeversorgung ist eine spezielle Direktwärmepumpe vorgesehen, welche die Energie der Außenluft zum Heizen des Hauses bei sehr geringen Betriebskosten nutzt. Die Investitionskosten sind wegen der relativ einfachen Technologie geringer als bei einer herkömmlichen Wärmepumptechnik. Die Anschlussmedien werden sich im Übrigen auf Wasser, Abwasser und Strom beschränken.
Grundstück
Zurzeit wird ein Grundstück mit guten Anschlussmöglichkeiten in Berlin gesucht, dessen Grundstückskosten pro 96 qm Wohneinheit 43.000 Euro nicht übersteigen sollen.
Finanzierung und Direktkredit
Die ermittelten Gesamtkosten einer 96 m² Wohneinheit liegen mit eingerechneter Eigenleistung bei knapp 150.000 Euro brutto. Um das Vorhaben realisieren zu können, müssen um die 30% aus Direktkrediten für die Gesamtfinanzierung nachgewiesen werden. Direktkredite sind Geldbeträge, die dem Projekt ohne den Umweg über eine Bank geliehen werden. Dafür wird zwischen dem jeweiligen Kreditgeber und dem Hausprojekt ein Kreditvertrag abgeschlossen. In erster Linie werden die zukünftigen Mieter diese Direktkredite einbringen. Darüber hinaus können aber auch Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, Stiftungen oder andere Gruppierungen diese soziale, ökologische und nachhaltige Geldanlage leihen. Die Verzinsung ist auf 2% beschränkt, um zukünftig günstige Mietpreise sicher zu stellen.
