Hellebarde

Das Lichtobjekt lehnt an der Wand. Gelassen und unsicher zugleich. Ein langes Kabel ermöglicht das Herumtragen und Versetzen der Lichtquelle im Raum. Für die Bespannung werden traditionelle, gebrauchte Kimonos neu verwendet.
Leuchtmittel: 105 W Halogen
Händler:
into - art and furniture
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roomservice - art interior design
Lehmweg 56, 20251 Hamburg
SCALA Wohnen GmbH
Ludwig-Erhard-Strasse 6
D-20459 Hamburg
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Text:
Das Leuchtobjekt verweist auf die gleichnamige mittelalterliche Stangenwaffe, welche sich über ihren militärischen Einsatz hinaus zu einem repräsentativen Objekt etablierte. Ihr dekorativer Charakter basiert seitdem auf symbolischen Setzungen, dessen grundlegende Kombinatorik sich in dem Leuchtobjekt wieder findet.
Eine der symbolischen Figuren, die aus der Geschichte des physisch und technisch Zweckmäßigen hervorgegangen ist, findet sich in dem Stab wieder. Um den Symbolgehalt genauer zu verstehen, muss man die Entwicklung des Stockes bis hin zu den Anfängen verfolgen. Seitdem sich nämlich dieser in rein praktischer und handlicher Weise zum immer wirkungsvolleren Gebrauchsgegenstand entfaltete, prägte sich gleichsam eine Interpretation, ein ästhetisches Verständnis heraus. Subtil verknüpfen sich somit die Attribute des geschmeidig Präzisen und hölzern Handlichen mit dem Respekt im ahnungsvollen Wissen um die Wirkung des arm verlängernden Instrumentes und der Begeisterung für das sich hier offenbarende Handlungspotential.
Die Symbolik des Stabes steht in direkter Beziehung zu einer zweiten, aber völlig anders gearteten Figuration. Diese geht aus dem großen Spektrum des Spekulativen hervor, dessen Attribute das Verspielte, die Verzauberung, die Verzweigung und die Verklärung sind. Dem Spekulativen liegt die Entfaltung ins Unendliche zugrunde, die einer feierlichen Behauptung gleich kommt. Die Stangenwaffe demonstriert dies mit der sichelähnlichen mehr zackigen Spitze, deren wehrhafte und aggressive Erscheinung längst in eine dekorative Zeichensprache der Machtsymbolik transzendiert ist.
Der Leuchtschirm ragt ebenso signalhaft über den Kopf mittels des Stabes hinaus. Die elektrische geschmückte Illumination wird als Trophäe vom Feuer her in die Höhe gehoben.
Denn ein Emblem bleibt wirkungslos, solange es nicht geschwenkt wird. Das lebendige Feuer können wir nicht in unseren Händen halten und beherrschen es nur mittels eines Werkzeuges. Dieses Prinzip des Emporbringen findet sich in vielen kombinatorischen Objekten wieder, wie im Zepter, in der Fahne oder der Fackel.
Beide Symbolfiguren der Hellebarde basieren auf Übergang und Vermischung real technischer in imaginäre Aspekte. Dieses Ineinander greifen von Erfahren und Verarbeiten lässt sich als ein kulturgeschichtlicher Identifikationsprozess, als ein Struktur bildendes Programm der Beziehungen beschreiben.
Ein hölzerner Stab, kombiniert mit der Opulenz eines Schirmes, kreiert eine Einheit, in der grundlegende Abhängigkeiten und Verhältnisse zu herrschen scheinen, die eine unheimliche Attraktivität erzeugen.